RLP: Wetter am Wochenende mit extremer Hitze


Wetter
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Extreme Juni-Hitze erreicht Deutschland – am Wochenende bis zu 38 Grad!

Aus der Sahara rollt heiße Luft heran. Bis zu 38 Grad sind in der Region möglich. Ist das normal für Juni? Worauf müssen wir uns im weiteren Sommer einstellen? Wetterexperte Dominik Jung hat Antworten.

Eine gewaltige Hitzekuppel breitet sich derzeit über Europa aus. Das lange Wochenende bringt schönstes Bade- und Grillwetter, aber auch einige Risiken mit sich. Die Waldbrandgefahr ist hoch. Der Boden ist schon wieder so trocken, dass laut Dürremonitor Deutschland in weiten Teilen der Region schwere bis extreme Dürre herrscht. Und auch gesundheitlich sollte man einiges beachten. Wir haben mit dem Meteorologen Dominik Jung über die Hitze, sehr, sehr viele Sonnenstunden und einen Ausblick auf den Sommer 2022 gesprochen.

Was kommt da in der Region Trier genau auf uns zu?

Dominik Jung: Sehr warme Luftmassen direkt aus Spanien, Portugal und Frankreich. Vor allem am Samstag und Sonntag erreicht der Hitzeschwerpunkt dann auch die Region Trier. Was kommt, ist schönstes Bade- und Grillwetter mit 16 Sonnenstunden pro Tag. Freitag gibt es 31 Grad, Samstag bis zu 37 Grad. Das wird die Hitzespitze. Die Nacht von Samstag auf Sonntag wird tropisch. Also nix mit Abkühlung! Sonntag gibt es auch immer noch über 30 Grad. Frühestens Montag, Dienstag, Mittwoch könnte es kühler werden mit Schauern und Gewittern. Kühl heißt in dem Fall um die 25 Grad.

Ist so etwas zu dieser Jahreszeit ungewöhnlich?

Jung: Ja. Das sind eigentlich Temperaturen, die erwarten wir Ende Juli, Anfang August im Hochsommer. Mitte Juni sind wir ein bisschen früh dran. Wir haben kalendarisch ja noch Frühling. Der Sommer kommt erst nächste Woche. Es ist fünf bis zehn Grad zu warm für die Jahreszeit.

Wie kommt es zu so einer extremen Hitze?

Jung: Die Hitze strömt aus der Sahara zu uns nach Mitteleuropa und legt sich als Klecks genau über uns drüber. Dabei spielen die Lage des Jetstreams, Hochs und Tiefs alle zusammen.

Worauf sollte man aus gesundheitlichen Gründen am Wochenende aufpassen?

Jung: Man sollte viel trinken – gerade ältere Menschen und Kinder und man sollte draußen eine Kopfbedeckung tragen. Der Samstag wird bei 37 Grad nicht gerade ein schöner Wandertag. Vielleicht geht man da besser ins Freibad. Aber auch da sollte man eine Mütze auf den Kopf setzen, damit man keinen Hitzeschlag bekommt. Natürlich sollte man auch Sonnencreme auftragen. Die Sonne ist gerade sehr stark und man hat eine hohe Sonnenbrandgefahr.

Ist das schon die Vorschau auf den Sommer 2022?

Jung: Das will ich ja mal nicht hoffen! Aus dem aktuellen Wetter kann man keine Schlüsse auf den Sommer ziehen. Insgesamt gehen die Wettermodelle von einem warmen, trockenen Sommer 2022 aus. Aber nicht von einem extremen Hitzesommer – höllische Hitze sagt kein Wettermodell voraus.

Beim Blick auf den Dürremonitor und den Waldbrandgefahrenindex kann man aber schon ein paar Sorgen haben …

Jung: Ja, die Karten sind schon ganz schön rot. Auch wenn viele behaupten, es sei gar nicht so trocken – vor allem Leute, die Angst haben, dass wir auf dem Klimawandel herumreiten: Es ist extrem trocken. In Ostdeutschland ist es schon wieder genauso schlimm wie im Dürrejahr 2018. Und die Wald- und Wiesenbrandgefahr sind extrem hoch.

Muss man sich für die kommenden Jahre daran gewöhnen?

Jung: Ja, davon gehe ich aus. Die Luftmassen in der Höhe geben normalerweise den Ton an. Vor ein paar Jahren waren 19 bis 20 Grad in 1500 Metern schon das höchste der Gefühle. Mittlerweile reden wir über 23, 24, 25 Grad in dieser Höhe und das ist schon ordentlich.

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