Bildung


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Von der Schulbank in den Chefsessel? Schüler der Augustiner-Realschule plus lernen, sich selbstständig zu machen

Wie verläuft der Weg in die Selbstständigkeit und was, außer einen guten Geschäftsidee, gehört eigentlich dazu? Der Wirtschaftskurs der Augustiner-Realschule plus in Hillesheim stellt eigene Projekte vor, trifft auf junge Unternehmer und informiert sich bei Wirtschaftsförderern.

  Der Spruch hat inzwischen 2000 Jahre auf dem Buckel und wurde unzähligen Schülergenerationen zu jeder passenden und unpassenden Gelegenheit vorgebetet. In der Turnhalle der Augustiner-Realschule plus fiel er nicht: „Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir“ hätte sich für diesen Vormittag aber bestens als Überschrift angeboten.

Welche Gründungs-Ideen die Schüler der Augustiner-Realschule plus in Hillesheim haben

Zehn Schülerinnen und Schüler des Wirtschaftskurses hatten sich im Vorfeld der Veranstaltung Gedanken dazu gemacht, wie sie eigene, fiktive „Startups“, verwirklichen könnten – wie also aus einer Geschäftsidee ein erfolgreiches Unternehmen entstehen kann.

Weil aber der Wunsch, sein eigener Chef zu sein, irgendwann zwangsläufig auf harte Realität trifft, mussten sich die Nachwuchs-Gründer mit dem damit einhergehenden Papierkram befassen: Wie erstelle ich einen Business-Plan, ein Geschäftsprofil und welche Marketingstrategie führt zum Erfolg? Und wie reagiere ich auf die Wettbewerbssituation?

Die Projekte, die in der Turnhalle vor den Mitschülern und den Lehrern Christian Schnack und Thomas Wolff vorgestellt werden, sind zwar (noch) Gedankenspiele, aber sie haben Potential. Eine Auswahl: Zwei der Schüler sehen im zurzeit weltweiten Mangel an Computerchips eine Chance, in die Fabrikation einzusteigen. Eine Gruppe hat sich mit der Herstellung und dem Vertrieb eines „Exo-Skeletts“ beschäftigt, das, wie ein Rucksack tragbar, körperliche Arbeit erleichtern soll. Warum nicht einen Bio-Laden mit einem Internetcafé zusammenlegen?, fragen sich zwei Schülerinnen und auch die Idee, eine Shisha-Bar dort zu eröffnen, wo sich weit und breit keine Konkurrenz findet, wird erläutert.

Das Besondere an der Schulveranstaltung, die in Kooperation mit der Wirtschaftsförderung der Verbandsgemeinde Gerolstein und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Vulkaneifel durchgeführt wird, ist, dass die Projekte der Schülerinnen und Schüler unmittelbar auf Reaktion stoßen. 

Welche Tipps junge Unternehmer aus der Vulkaneifel den Schülern geben

Nicht nur die Wirtschaftsförderer bieten Informationen zur Unternehmensgründung und vor allem dazu, wo Unterstützung zu finden ist. Auch junge Unternehmer berichten, wie sie den Sprung in die Selbstständigkeit geschafft haben und welche Klippen es dabei zu umschiffen gilt.

Mit dabei sind Laura Kirwel (Fotoatelier Kirwel, Hillesheim), Dieter Kerpen (KerCon GmbH, Wiesbaum) und Yannik Busch (Sportstudio WhyBeFit, Hillesheim). Ein Tipp ist den drei Gründern besonders wichtig: „Macht eine Ausbildung und vielleicht auch noch eine zweite – oder ein duales Studium. Und schnuppert in verschiedene Branchen hinein. Das hilft zu erkennen, was euch wirklich Spaß macht.“

Die Landtagsabgeordneten Marco Weber (FDP) und Gordon Schnieder berichten darüber, welche Unterstützung jungen Unternehmern seitens der Politik gewährt wird. Zum Abschluss der Veranstaltung lädt Weber die Schüler zu einem Besuch im Mainzer Wirtschaftsministerium ein. Hans Peter Böffgen, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Gerolstein, wirbt für den Standort Eifel: „Hier existiert ein ausgezeichnetes Netzwerk und damit eingehend auch die nötige Unterstützung, die junge Gründer brauchen. Die Veranstaltung zeigt, welches Potential es vor Ort gibt. Damit hat die Eifel eine hervorragende Zukunft“, sagt Böffgen.

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