Ezviz LC3 im Test: Außenleuchte mit Überwachungskamera und gutem Bild auch bei Nacht

Überwachungskameras mit Beleuchtung (Ratgeber) gibt es inzwischen immer häufiger. Das hat einen ganz einfachen Grund: Mit einer zuschaltbaren Beleuchtung erzeugen entsprechende Modelle so viel Helligkeit, dass sie auch während der Nacht farbige Videos aufzeichnen können. Das Bild ist zudem klarer, sodass ungebetene Gäste besser identifiziert werden können. Sie bieten damit ein höheres Sicherheitsniveau als Modelle ohne Lampen.

Inzwischen sind nicht nur sogenannte Flutlichtkameras wie die Google Nest Floodlight Cam (Testbericht) im Angebot, die meist eine Überwachungskamera mit zusätzlich angebrachten LED-Strahlern kombinieren, sondern mit Spotlight-Überwachungskameras existieren auch Varianten, die die LED-Beleuchtung direkt ins Kameragehäuse integrieren. Außerdem gibt es noch LED-Außenleuchten mit integrierten Überwachungskameras.

Eine solche ist die LC3 von Ezviz. Sie integriert neben einer Überwachungskamera mit Personenerkennung und 2K-Auflösung noch eine LED-Leuchte mit einer Helligkeit von 700 Lumen. Sie ist staub- und wassergeschützt gemäß IP65, funkt im 2,4-GHz-WLAN, bietet ein diagonales Sichtfeld von 157°, eine Gegensprechfunktion und kann bei maximaler Helligkeit Videos auch nachts in Farbe aufnehmen (farbige Nachtsicht). Videos speichert sie standardmäßig auf dem 32 GByte großen integrieren eMMC-Speicher. Optional können Anwender auch ein Cloud-Abo abschließen, das sie zuvor bis zu 30 Tage lang testen können. Für einen siebentägigen Ereignis-basierenden Videoverlauf für eine Kamera sind monatlich 4,99 Euro fällig, 30 Tage kosten 9,99 Euro. Hat man mehrere Ezviz-Kameras im Einsatz, erhöhen sich die Kosten auf 7,49 Euro respektive 14,99 Euro. Allerdings umfassen die höherpreisigen Tarife nur bis zu vier Kameras.

Die 1038 Gramm schwere Ezviz LC3 mit Abmessungen von 86 x 280 x 120 mm ist laut Hersteller im Temperaturbereich zwischen -30 und 50 Grad Celsius bei einer Luftfeuchte von bis zu 95 Prozent einsatzbereit. Wie eine herkömmliche Außenleuchte benötigt sie einen festen Stromanschluss. Im Lieferumfang sind eine Bohrschablone sowie Schrauben zur Befestigung enthalten. Die Kurzanleitung, die auch in deutscher Sprache vorliegt, enthält Informationen zur Verbindung der Kamera mit dem Stromnetz. Sie enthält aber auch eine Warnung: „Wenn Sie nicht wissen, wo sich der Trennschalter befindet oder wie Sie den Strom abschalten können, wenden Sie sich bitte an einen lizenzierten Elektriker.“

Die empfohlene Montagehöhe gibt Ezviz mit 180 bis 220 Zentimeter an. Als erste Sicherheitsmaßnahme für die Montage stellen wir den Strom über den FI-Schalter im Sicherungskasten ab. Nun trennen wir den Montagefuß respektive die Halterung der Kamera. Hierfür muss man lediglich eine Schraube oben am Gehäuse lösen, sodass sich die Halterung abnehmen lässt. Diese befestigt man mit den vier mitgelieferten Schrauben an der gewünschten Stelle an der Hauswand. Da die Halterung relativ klein ist, muss man Stromkabel eventuell kürzen, sodass sie optimalen Anschluss an der Lüsterklemme in der Halterung finden. Anschließend setzt man das Gerät in die Halterung. Hierfür rastet man die LC3 in die unten an der Halterung hervorstehenden Plastikfüßen ein und verschraubt sie anschließend. Die Verbindung zum Stromnetz erfolgt über drei Metallstifte, die in die dafür vorgesehenen Buchsen in der Lüsterklemme einrasten.

Die Inbetriebnahme der Ezviz LC3 ist prinzipiell einfach, setzt aber ein Nutzerkonto bei Ezviz voraus. Dafür muss man mindestens eine E-Mail-Adresse hinterlegen. Anschließend erhält man einen Bestätigungscode, den man in der App eingeben muss. Der Zugang zur App kann zusätzlich mit einer Zwei-Faktor-Authentifizierung abgesichert werden. Satt sich jedes Mal an der App anzumelden, können Anwender auch den Fingerabdruckscanner im Smartphone nutzen.

Nach erfolgter Anmeldung fügt man die Kamera hinzu. Die Ersteinrichtung erfolgt über das Einscannen des QR-Codes auf der Kamera. Zudem muss man noch ein Gerätepasswort vergeben. Anschließend ist die Kamera einsatzbereit und per Smartphone-App steuerbar. Zusätzlich zur App können Anwender die Kamera mit der für macOS und Windows vorliegenden Ezviz-Desktop-Anwendung steuern.

Mobile App und Desktop-Anwendung unterscheiden sich allerdings in den Möglichkeiten zur Darstellung der Live-Bilder sowie in der Konfiguration der Kamera. Die Desktop-Anwendung unterstützt lediglich die Änderung der Auflösung und ist ansonsten lediglich für die Darstellung des Livestreams interessant. Wer mehrere Ezviz-Kameras im Einsatz hat, kann mit der Desktop-App bis zu 25 Livestreams gleichzeitig darstellen. Prinzipiell beherrscht auch die mobile Anwendung die gleichzeitige Darstellung von mehreren Streams, doch ist das auf dem Smartphone wegen des kleineren Bildschirms nicht so interessant. Zudem gibt es noch eine für Tablets optimierte App.

Nach dem Start der App werden die verbundenen Kameras mit dem zuletzt aufgenommenen Live-Bild angezeigt. Über die große runde weiß-blaue Schaltfläche am unteren Rand können Anwender die Alarmfunktion ein- und ausschalten. Der Klick auf Bibliothek rechts unten öffnet die Verlaufsansicht bisheriger Warnungen inklusive der dazugehörigen aufgenommenen Videos. Ein Klick auf Geräte aktiviert wieder die Startseite. Mit einem Klick auf das zuletzt aufgenommene Bild der Kamera gelangt man zur Live-Ansicht. Am unteren Bildschirmrand stehen die Optionen Schnappschuss, Aufnehmen, Sprechen, Auflösung, Alarm und Flutlicht zur Verfügung. Die Reihenfolge können Anwender anpassen. Klickt man ins Live-Bild zeigen sich dort weitere Einstellmöglichkeiten. So kann man das Video anhalten, die Tonübertragung ausschalten oder die Gegensprechanlage nutzen. Über das Symbol rechts oben gelangt man zu den Einstellungen. Hier können Anwender die Helligkeit der integrierten Leuchte einstellen und festlegen, wann die Leuchte aktiv wird. Mit der Option Geplante Beleuchtung können Anwender das bis zu 700 Lumen starke LED-Licht für bestimmte Zeiten und Tage dauerhaft aktivieren. Mit Lichtverknüpfung wird die Kameraleuchte automatisch eingeschaltet, wenn nachts eine Person erkannt wird.

Um die Überwachungskamera datenschutzkonform zu betreiben, wenn sie auf ein fremdes Grundstück oder einen öffentlichen Bereich ausgerichtet ist, können Anwender unter Einstellungen – Alarmbenachrichtigungen – Bewegungserkennungsbereich Zonen für die Bewegungserkennung definieren. Das funktioniert im Test einwandfrei. Bei Bewegungen außerhalb dieser Zone sendet die Kamera keine Benachrichtigung.

Außerdem können Nutzer festlegen, wie der Gerätealarm arbeiten soll. Zur Auswahl stehen die Optionen Stark, Schwach, Lautlos-Modus und Benutzerdefinierter Ton, die sich nach Wochentagen und Zeiten festlegen lassen. Die Option Stark hat zur Folge, dass die Sirene über den in der Kamera integrierten Lautsprecher ertönt, wenn die Kamera einen Bewegungsalarm erkannt hat. Diesen können Anwender auf Menschen begrenzen, um Fehlalarme zu vermeiden. Das hat im Test gut funktioniert. Steht die Erkennung auf Mensch erfolgt bei einer Katze kein Alarm.

Zudem ist es möglich, über die Option Benutzerdefinierter Ton personalisierte Sprachaufnahmen mit einer Länge von bis zu 10 Sekunden als Warnmeldung zu konfigurieren. Während die Sirene noch halbwegs laut ertönt, muss man aber bei der personalisierten Sprachnachricht schon genau hinhören, um sie wahrzunehmen. Hier sollte Ezviz die Software für die Aufnahme optimieren. Ansonsten ist dieses Feature sinnlos.

Die Bewegungserkennung erfolgt mithilfe eines integrierten PIR-Sensors (Pyroelektrischer Sensor), der einen Erkennungswinkel von 120 Grad bietet und Bewegungen bis zu einer Entfernung von bis zu 10 Meter erfasst. Alarmmeldungen kann die Kamera per E-Mail oder Pushnachrichten an den Nutzer übermitteln.

Der in der Kamera integrierte CMOS-Sensor nimmt Videos maximal mit einer Auflösung von 2560 x 1440 Pixel und bis zu 30 Bildern pro Sekunde auf. Für eine optimale Ausrichtung des Objektivs können Anwender dieses manuell nach unten oder oben justieren. Im Test hat die LCR Videos nur mit 15 gps aufgezeichnet. Angeblich sind 30 fps nur bei exzellenter WLAN-Verbindung möglich (siehe dazu auch den folgenden Abschnitt WLAN-Problematik).

Sofern die Lampe mit maximaler Helligkeit leuchtet, zeichnet die LC3 Videos auch bei Nacht in Farbe auf. Die Bildqualität der Aufnahmen ist dann exzellent. Das mag auch daran liegen, dass die Kamera mit Wide Dynamic Range (WDR) und 3D DNR zwei Verfahren unterstützt, die Bilddarstellungen mit hohem Dynamikumfang und wenig Rauschen unterstützt. Ohne zusätzliche Beleuchtung erfolgt die Aufnahme in Schwarz-Weiß. In diesem Modus sind Personen nachts aber leicht überbelichtet.

Für die Aufnahme kommt der datensparsame Codec HEVC alias H.265 zum Einsatz. Im Test erfolgt die Aufnahme mit diesem Codec unabhängig von der Wahl der Auflösung. Nutzer können mit dem 8-fachen Digital-Zoom Objekte näher betrachten. Bis zu einer Zoom-Stufe von etwa 6 ist die Bildqualität dank der hohen Auflösung zufriedenstellend.

Die exzellente Darstellungsqualität der Kamera wird allerdings durch eine schwache WLAN-Performance beeinträchtigt. Was nützt das beste Bild aller Außenleuchten mit Überwachungskamera, wenn man es nur verzögert oder gar nicht zu Gesicht bekommt. Bei der ursprüngliche Koppelung mit der etwa 10 Meter entfernten Fritzbox kommt es im Test häufig zu Verbindungsabbrüchen. Das integrierte WLAN-Tool bestätigt, dass die WLAN-Verbindung nicht stabil sei. Vor allem die hohen Zugriffswerte von über 100 ms sind auffällig. Erst mit der Koppelung eines näher positionierten Repeaters arbeitet die LC3 zufriedenstellend, wenn auch die Aufnahmen weiterhin nur mit 15 fps aufgezeichnet werden, obwohl die Kamera 30 fps unterstützen soll. Andere Kameras wie die Arlo Ultra, Eufy Solocam oder Aqara G3 sind in Sachen WLAN nicht so wählerisch und funktionieren an gleicher Position selbst mit der Verbindung zur weiter entfernten Fritzbox. Die Arlo-App bestätigt mit ihrem WLAN-Tool sogar eine starke Videobandbreite. Auch ist ein 4K-Streaming für sie mit dem vorhandenen WLAN kein Problem.

Die Ezviz LC3 arbeitet auch in Verbindung mit den Sprachassistenten Google Assistant und Amazon Alexa. In Verbindung mit einem smarten Display (Ratgeber) können Anwender den Kamera-Livestream auch ein kompatibles Gerät wie Nest Hub oder Echo Show ausgeben. Allerdings funktioniert im Test die Ausgabe an einen Echo Show 8 nicht, wenn die Bildverschlüsselung aktiviert wurde.

Die Ezviz LC3 hinterlässt optisch und haptisch einen guten Eindruck. Zweifellos gehört sie zu den schönsten Außenleuchten mit Überwachungskamera. Aktuell ist sie ab knapp 150 Euro erhältlich.

Ezviz bietet mit der LC3 eine elegante Außenleuchte, die mit der gebotenen Auflösung von 2K und einer exzellenten Bildqualität inklusive farbiger Nachtsicht überzeugen kann. Allerdings zeigt sie diese Vorzüge nur bei einem optimalen WLAN-Netz. Die Leuchtstärke ist mit 700 Lumen nicht so stark wie bei Flutlichtkameras, die mit bis zu 3000 Lumen die Nacht erhellen. Für die komplette Ausleuchtung einer Hofeinfahrt ist sie also nicht geeignet. Aber als Beleuchtung für eine 30 Quadratmeter große Terrasse reicht die LED allemal aus.

Dank der Möglichkeit, zwischen Bewegungen aller Art und Menschen zu unterscheiden, sind Fehlalarme so gut wie ausgeschlossen. Mit der App können Anwender die LC3 umfassend konfigurieren. Um den Livestream zu verfolgen, kann man auch auf die Desktop-Anwendung ausweichen.

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