Baby 3 Monate: So entwickelt sich euer Kind jetzt

Jetzt trainiert euer Baby nicht nur Greifen, sondern auch das Loslassen. Es hält Blickkontakt und begeistert euch mit süßen Babylauten. Was noch passiert im 3. Monat? Hier alles Wichtige!

Eines hat sich nicht geändert zum letzten Monat: Euer Baby wächst fleißig weiter. Am Ende des 3. Monats steht dann wieder ein Kilo mehr auf der Waage. Ehe ihr euch verseht, muss die nächste Kleidergröße her. Was? Ist der süße Spatz nicht erst gestern geboren worden?

Jetzt hebt es schon das Köpfchen, lächelt euch schon morgens zur Begrüßung an und tagsüber werden die Nickerchen weniger. Dafür ist euer Kleines länger wach und lernbereit. Falls ihr noch Anregungen braucht: Hier findet ihr Spielideen für 0 bis 3 Monate. Bei der U4 checkt eure Ärzt:in, ob euer Baby sich altersgerecht entwickelt.

So entwickelt sich der Körper deines Babys im 3. Monat

Im 3. Lebensmonat legt euer Baby weiter rasant an Gewicht zu. Das zeigt sich auch an seinem Babyspeck, der sein Gesicht nun deutlich runder formt. Ein Junge wiegt zum Ende des 3. Monats im Schnitt 6 Kilo, ein Mädchen etwas weniger. Jetzt ist auch die nächste Kleidergröße fällig. Entsprechend ihrer Körpergröße in Zentimetern tragen viele Baby nun bereits 62 bis 68. Bitte keine Panik, wenn das Längenwachstum bei eurem Schatz langsamer vonstatten geht. Alle Zahlen in unserem Entwicklungskalender sind grobe Richtwerte. Wichtig ist vor allem die regelmäßige Zunahme von Gewicht und Größe innerhalb der Wachstumskurven im gelben U-Heft. Schließlich ist jedes Kind unterschiedlich – die Eltern sind es ja auch. Die körperliche Entwicklung wird in erster Linie von seinen Genen und der Nahrungsaufnahme beeinflusst. Ist euer Baby einmal krank, kann sich das Wachstum verlangsamen. Auch das ist völlig normal und wird wieder aufgeholt, wenn der Körper neue Kraftreserven hat.

Meilensteine im 3. Monat:

Gewicht

Mädchen: 5,6 kg, Jungen: 6,2 kg

Gewichtszunahme

zw. 850 und 1000 Gramm

Größe

Mädchen: 60 cm, Jungen: 61,4 cm,
etwa 3 cm Längenwachstum

Kommunikation

Sucht Blickkontakt, erste stimmhafte Laute

Motorik

Hebt und hält das Köpfchen, führt Hände
zum Mund, gezieltere Bewegungen

Im dritten Monat wird euer Baby deutlich beweglicher. Sein kräftiges Strampeln kann es nachts auch schon mal von einer Seite des Bettchens zur anderen befördern. Tagsüber kannst du dein Kleines auch gerne nackt strampeln lassen.  Bewegungsfreiheit ist wichtig für die Entwicklung seines Körpergefühls.

Die Reflexe treten nun langsam in den Hintergrund und machen dem Erlernen neuer Bewegungsmuster Platz. Das Greifen ist dabei besonders wichtig. Kein Wunder, dass die Hände zum Lieblingsspielzeug eures Babys werden. Es beobachtet sie interessiert und erkundet sie voller Hingabe mit dem Mund. Versucht einmal, eurem Kind ein einfaches Greifspielzeug in die Hand zu legen. Vielleicht kann es die Rassel oder den Greifling schon kurz festhalten. Wundert euch nicht, wenn es das Spielzeug kurz darauf schüttelt und es ihm dabei aus der Hand fällt. Euer Baby übt auf diese Weise etwas, das anfangs noch viel schwerer ist als das Zufassen, nämlich das bewusste Loslassen. Die Faust wieder zu öffnen ist ein motorischer Meilenstein und wird nun ausgiebig trainiert.

Mit drei Monaten können viele Kinder den Kopf eine kurze Zeit aufrecht halten. Legt euer Baby unter Aufsicht auf den Bauch und ihr werdet sehen, wie es neugierig sein Köpfchen hebt und es mit der Zeit immer besser kontrollieren kann. Tolle Aussicht, aber auch ganz schön anstrengend! Unzählige Muskeln werden dabei auf einmal trainiert: Besonders aktiviert werden Hals-, Nacken-, Schulter-, Rücken- und Bauchmuskeln. Einige Babys nehmen schon jetzt ihre Arme zur Hilfe und stützen sich darauf ab – die ersten Vorbereitungen zum Loskrabbeln. Von Woche zu Woche kann euer Kleines den Kopf nun länger oben behalten und sich dabei auch seine Umgebung anschauen. Hört es ein Geräusch, wendet es sich in die Richtung und schaut, woher es kommt. Ein Hinweis, dass mit seinem Gehör alles in Ordnung ist.

Und so entwickeln sich die Sinne im dritten Monat

Hör- und Sehsinn reifen auch im 3. Lebensmonat weiter aus. Die Sehschärfe nimmt deutlich zu und langsam entwickelt sich in den kommenden Wochen das beidäugige Sehen. Das bedeutet, dass die Informationen beider Augen nun zu einem Bild verschmelzen und eurem Kind das räumliche Sehen ermöglichen. Auch weiter entfernte Gegenstände kann es nun erkennen. Rote Dinge und kontrastreiche Muster in hell und dunkel mag es nun besonders – und natürlich alles, was sich bewegt.

Besonders wichtig ist im 3. Monat der Tastsinn. Euer Kleines erkundet die Welt spielerisch mit den Händen, am liebsten jedoch mit dem Mund. Alles, was es schon greifen kann, wird erfühlt – mit den Lippen und ganz viel Spucke. So können Babys sich in dieser Entwicklungsphase das beste Bild von einem Gegenstand machen. Und was im Mund landet, hat natürlich auch einen Geschmack. So wird auch der Geschmackssinn auf diese Weise verfeinert. Süße Muttermilch schmeckt aber eindeutig besser als die quietschgrüne Babyrassel von Oma.

Kognitive Entwicklung: So fühlt und lernt euer Baby im 3. Monat

Mit dem Wachstum des Großhirns kann euer Kind sich selbst immer besser wahrnehmen. Auch ein gewisses Erinnerungsvermögen setzt ein. Die Aufmerksamkeit eures Babys fokussiert sich jetzt häufig auf einen besonders interessanten Gegenstand und bleibt förmlich an ihm haften. Der nächste Meilenstein besteht für euren Schatz darin, den Blick auch selbständig wieder abzuwenden. Erst dann kann es seine Aufmerksamkeit willentlichen steuern – sich also entscheiden, ob der bunte Greifling oder Opas Schlüsselbund spannender ist.
Gesichter faszinieren euer Kind weiterhin. Im 3. Monat versuchen Babys schon, ihren Ausdruck einzuschätzen. Dabei hilft ihm, dass es selbst schon viele Emotionen kennt und sie äußern kann: Freude und Neugier, aber auch Wut, Angst und Enttäuschung.
Mir drei Monaten fremdeln Kinder noch nicht. Dennoch spürt euer Baby, wenn es bei einem anderen Menschen auf dem Arm ist und wird vielleicht unruhig. Kein Wunder, schließlich riecht er ganz anders und auch die Berührung und die Stimme des Fremden ist nicht die von Mama oder Papa.
Am liebsten ist euer Baby jetzt in eurer Nähe. Es versucht immer häufiger, aktiv Kontakt zu euch aufzunehmen. Die Kommunikation wird immer angeregter. Auch ohne Worte hat euer Kleines eine ganze Palette von Kommunikationsmitteln, die es stetig weiterentwickelt. Neben Blickkontakt, Lächeln, Gestik und Mimik wird die Stimme immer wichtiger. Und damit ist nicht nur das Schreien gemeint. Mit drei Monaten können viele Babys schon lallen, brabbeln, gurren und die ersten stimmhafte Laute von sich geben. So drückt euer Baby Langeweile, Hunger, Unzufriedenheit oder Vergnügen aus.  Sprecht ihm nach! So merkt euer Schatz, dass ihr seine Äußerungen wahrnehmt und teilt.
Seine Sprachentwicklung könnt ihr nun aktiv fördern. Indem ihr eurem drei Monate alten Baby etwas vorsingt, beim Wickeln lustige Fingerreime spielt und viel mit ihm sprecht. Ihr werdet feststellen, dass ihr dabei ganz intuitiv eure Stimme anpasst. Bei der sogenannten Ammensprache sprechen die Eltern automatisch etwas höher, bilden kurze Sätze, nutzen Wiederholungen und passen die Sprechmelodie an die Situation an – mal animierend, mal beruhigend.

Die beste Ernährung im dritten Lebensmonat

Weiterhin gilt, dass ein gesundes Baby so lange trinkt, bis es satt ist. Im dritten Monat nimmt es aber bereits größere Mengen zu sich und die Mahlzeiten pro Tag werden weniger. In 24 Stunden trinkt es nun sechs bis acht Mal zwischen 150 und 180 ml. Zählt ihr täglich sechs nasse Windeln und nimmt euer Kleines gut zu, hat es genug getrunken.

Übrigens: Wusstest du, dass sich die Muttermilch jetzt verändert? Sie passt sich dem höheren Energiebedarf deines Babys an und enthält mehr Zuckerverbindungen.

So schläft dein Kleines im 3. Monat

Der Schlaf-Wach-Rhythmus verändert sich zusehends. Das hat vor allem mit dem aufregenden Leben eures Babys zu tun. In den längeren Wachphasen am Tag passieren so viel interessante Dinge, die das Gehirn verarbeiten muss! Auch das Strampeln, Köpfchen hochhalten und erzählen kostet euer Baby unglaublich viel Energie. Es ist also wenig überraschend, dass es die Nacht immer mehr zum Ausruhen nutzt. Gut so! Vom Durchschlafen sind die meisten Babys jetzt noch weit entfernt, aber die Sache ist bei vielen schon auf dem richtigen Weg.

Wenn euer Kleines noch Probleme mit dem Einschlafen hat, fehlen ihm vielleicht wiederkehrende Gewohnheiten. Ein immer gleiches Gute-Nacht-Ritual ist für Babys nicht langweilig, sondern beruhigend. Das können ein Lied, eine Geschichte oder bestimmte Streicheleinheiten sein. Diese Kuschelzeit am Abend hilft eurem Baby, sich auf die kommende Schlafenszeit einzustellen und sanft ins Land der Träume zu wechseln.
Bei extremen Einschlafproblemen ist es aber sicher gut, wenn ihr euch beraten lasst. Schildert eurer Kinderärzt:in oder eurer Hebamme das Problem. Sie werden zunächst versuchen, körperliche Ursachen auszuschließen und dann mit euch gemeinsam nach einem guten Weg suchen, der euch alle entspannter schlafen lässt.

Spielen und Fördern mit drei Monaten

Klingelband: Auch ein drei Monate altes Baby kann schon Selbstwirksamkeit erfahren. Besonderen Spaß macht ihm das Glöckchen-Spiel. Bindet ein kleines Glöckchen mit einem weichen Band um sein Handgelenk. Bewegt es sein Ärmchen kräftig, klingelt es. Schnell stellt euer Kleines den Zusammenhang zwischen Bewegung und Geräusch her und freut sich, dass es das Klingeln offenbar selbst gemacht hat. Außerdem fördert ihr mit dem Spiel das Hören und die Körperwahrnehmung. Wenn das Spiel zu Ende ist, nehmt das Glöckchen bitte wieder ab, damit es sich nicht löst und im Mund landet.

Verfolgungsjagd: Im 3. Lebensmonat begreifen viel Babys schon, dass ein Ball, der kurze Zeit hinter einem Hindernis verschwindet, an anderer Stelle wieder auftaucht. Probiert es aus und beobachtet euren Schatz ganz genau. Schaut euer Kind auf die Stelle, wo das Objekt verschwunden ist oder auf die Stelle, an der es auch bei den letzten Durchgängen immer wieder aufgetaucht ist?

Schnupperpfad: Den Geruchssinn fördert ihr am besten an der frischen Luft. Geht viel draußen spazieren, schnuppert an einer Blume oder zerreibt ein Blatt in der Nähe der kleinen Nase. Diese Impulse verfeinern den Geruchssinn eures Babys und machen auch euch wieder aufmerksamer für natürliche Düfte.

Euer Baby im 3. Monat: Wann zum Kinderarzt?

Wann ihr zur U4 geht, besprecht ihr am besten schon bei der U3 oder beim ersten Impftermin mit eurer Ärzt:in. Denn diese Vorsorgeuntersuchung kann jederzeit vom 3. bis zum 4. Lebensmonat durchgeführt werden. Um die Entwicklung eures Babys besser beurteilen zu können, ist es sinnvoll, wenn zwischen den U-Untersuchungen ein gewisser Abstand liegt.

Auch bei der U4 wird dein Kleines wieder gewogen und die Körperlänge gemessen. Außerdem untersucht eure Ärzt:in, ob euer Kind altersgerecht entwickelt ist. Auch auf die Kommunikation zwischen Eltern und Kind wird geachtet. Nimmt das Baby Kontakt zu euch auf, lächelt es, gibt es schon Laute von sich? Der Schutz gegen Infektionskrankheiten ist auch wieder ein wichtiges Thema: Euer Kind erhält die zweite Impfung gegen Rotaviren.

Gegen Ende des 3. Monats kommen – wie der Name schon verrät – die Dreimonatskoliken nur noch selten vor. Dafür meldet sich nun häufiger die Haut eures Babys. Im dritten Monat bildet sich bei einigen Kindern Milchschorf. Die behandlungsbedürftige, entzündliche Hauterkrankung ist nicht mit dem harmlosen Kopfgneis zu verwechseln. Er verschwindet ganz von allein.

Unsere Tipps für euren dritten Baby-Monat

Eine Babymassage ausprobieren: Um diese Technik zu lernen, müsst ihr nicht unbedingt einen Kurs besuchen. Die Grundlagen könnt ihr euch auch ohne Weiteres anlesen oder in einem Video anschauen. Macht die Babymassage zu eurem Ritual, wenn sie eurem Baby gefällt. Das beruhigt nicht nur das Baby, sondern auch euch.

Den kleinen Menschen nicht überfordern: Sicher seid ihr zur Geburt und im Wochenbett mit einer Flut von Geschenken bedacht worden. Allerdings heißt das nicht, dass ihr jedes Spielzeug sofort zu eurem Baby tragen müsst. Überfordert es im dritten Monat noch nicht mit zu vielen Reizen. Jetzt reichen erstmal ein, zwei Greiflinge, ein Schmusetuch und ein Mobile. Bei Langeweile könnt ihr immer mal ein, zwei Gegenstände austauschen.

Auf Stopp-Signale achten: Wann es genug ist mit der Motorik-Förderung, das zeigt euch euer Schatz ganz deutlich. Wenn euer Baby nicht mehr auf dem Bauch liegen mag, wenn es ihm zu laut ist oder es müde wird, dreht es sich weg, wird weinerlich oder reibt sich die Augen.

Nicht zu häufig baden: Auch wenn euer Schatz das Wasser liebt, zweimal baden pro Woche ist genug. Am besten ohne Badezusätze. Die trocknen die Babyhaut nur aus. Ein paar Tropfen Olivenöl tun es auch.

Quellen:

Annette Nolden et al. (2013): Das große Buch für Babys erstes Jahr: Das Standardwerk für die ersten 12 Monate, München: Gräfe und Unzer.

Gemeinsamer Bundesausschuss: Kinder-Untersuchungsheft.

Kinderärzte im Netz: Entwicklungskalender.

Das aktuelle Impfschema der Stiko (Stand: 08.02.2021)

Online-Lexikon für Psychologie und Pädagogik: Aufmerksamkeit.

Remo Lago (2016): Babyjahre: Entwicklung und Erziehung in den ersten vier Jahren, München: Piper.

ELTERN

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