Manchmal ziemlich ekelig und gefährlich: Hammerhaiwurm, Killer-Shrimp und Goldschakal: Diese eingeschleppten Tierarten verändern unsere Natur

Nichts bleibt so wie es ist: Dieses Sprichwort gilt für alle Bereiche des Lebens – auch für unsere Natur. Klimaerwärmung, weltweiter Handel, Reisen in ferne Länder – aus diesen und anderen Gründen verändert sich auch die Fauna in Deutschland und Europa. Immer wieder machen sich hierzulande “fremde” Tierarten breit und bereiten oft auch Probleme. 

Invasive Arten sind ein weltweites Problem

Allerdings ist nicht nur Europa von der Einwanderung fremder Tierarten betroffen. Weltweit lösen invasive Arten eine Veränderung der Fauna und Flora aus. Besonders strikt geht beispielsweise Australien gegen dieses Problem vor. Mit strengen Einfuhrregeln und -kontrollen versucht Down Under die Ausbreitung invasiver Arten zu verhindern. Dort hat man in den letzten Jahrzehnten nämlich äußerst negative Erfahrungen gemacht. 

Kaninchen sind eine regelrechte Plage in Australien

Vor rund 140 Jahren wurden beispielsweise vermeintlich harmlose Kaninchen in Australien eingeführt. Ursprünglich zur Fleisch- und Fellproduktion gedacht, breiteten sich die Tiere massenhaft aus. Trotz massiver Gegenmaßnahmen hat die Population der plüschigen Nager einen Bestand von mehreren Milliarden Tieren erreicht. 

Groß, schwer, giftig und ohne Fressfeinde. Die Aga-Kröte (Rhinella marina) ist vermutlich für das Aussterben mehrerer Tierarten in Australien verantwortlich.

Giftige Aga-Kröten werden für Down-Under zu wahren Horror-Amphibien

Ein weiteres massives Problem in Australien sind die Aga-Kröten. Die teils riesigen Kröten wurden in den 1930er-Jahren aus Nordamerika eingeführt. Landwirte erhofften sich Vorteile bei der Bekämpfung von Schädlingen. Allerdings kam es genau andersherum. Die bis zu 22cm großen Tiere verbreiteten sich unkontrolliert und sind bis heute für eine ganze Reihe ausgerotteter Tierarten verantwortlich. Der Grund ist ein tödliches Gift, das die Tiere bei Gefahr absondern und das für potentielle Fressfeinde meist das Ende bedeutet.

Europäische Regenwürmer verändern unaufhaltsam Nordamerikas Natur

Auch in Nordamerika kämpft man mit eingeschleppten Tierarten. Ein europäischer Nützling macht der amerikanischen Flora dabei besonders zu schaffen: Der Regenwurm. Bei Gärtnern in Europa und Asien geschätzt, sorgt er auf dem amerikanischen Kontinent dagegen zum Aussterben von etlichen Pflanzen und Tierarten. Der Grund dafür ist: Seit dem Ende der sogenannten Wisconsian-Eiszeit vor etwa 20.000 Jahren gab es auf dem Kontinent nahezu keine Regenwürmer mehr und die Flora hatte sich darauf eingestellt.

Seit der Besiedlung aus Europa macht sich der Regenwurm in Nordamerika aber wieder breit. Die Folge davon ist, dass in weiten Teilen bodennahe Pflanzen von den Tieren ausgerottet werden – und damit auch andere Tierarten, die genau dort ihren Lebensraum hatten. Stattdessen breiten sich – dort wo Regenwürmer auftauchen – vermehrt fremde Pflanzenarten aus. Wissenschaftlern zufolge lässt sich diese Invasion leider nicht mehr aufhalten.

Auch Europa und Deutschland von invasiven Tierarten betroffen

Hierzulande gibt es ebenfalls eine Vielzahl an Tieren, die unsere Natur massiv verändern. Besondere Aufmerksamkeit erhalten dabei oft größere Tierarten. Immer häufiger entdecken beispielsweise Jäger sogenannte Neozoen. 

Waschbären (Procyon lotor) haben sich mittlerweile in Deutschland angesiedelt. Die Tiere stammen aus Pelzfarmen und sind äußerst anpassungsfähig.

“Süße” Waschbären erobern Deutschland

Weit bekannt ist beispielsweise die wachsende Population der Waschbären in Deutschland. Die niedlichen Tiere wurden in den 1920er-Jahren als Pelzlieferant nach Deutschland gebracht. Von dort breiteten sich die Tiere dann nach und nach fast in ganz Deutschland aus. Die zu der Unterordnung der Hundeartigen gehörenden Tiere können bis zu 70cm lang werden und erreichen in seltenen Fällen fast 14 Kilogramm Körpergewicht. Waschbären sind äußerst anpassungsfähig und kommen nicht nur in freier Natur, sondern auch in besiedelten Gebieten (z.B. Städten) gut zurecht. Das Bejagen der Tiere hat in den letzten Jahren zu keiner dauerhaften Reduktion der Populationen geführt. Im Gegenteil: Laut dem Deutschen Jagdverband kommen die Tiere mittlerweile sogar im nördlichen Teil des Allgäus gelegentlich vor. Wie schädlich Waschbären für die Tierwelt in Deutschland sind, ist umstritten.

Marderhunde (Nyctereutes procyonoides) werden auch Waschbärhund, Tanuki oder Enok genannt. Die Tiere stammen ursprünglich aus Ostasien und sind ebenfalls auf dem Vormarsch.

Marderhunde aus Asien in Deutschland heimisch

Eine ähnliche Geschichte wie der Waschbär hat auch der Marderhund in Europa. Marderhunde (Nyctereutes procyonoides) sehen den Waschbären verhältnismäßig ähnlich, sind mit diesen aber nicht näher verwand. Die Tiere werden auch Waschbärhund genannt und stammen ursprünglich aus Asien. Die Tiere kommen – vergleichbar mit Waschbären – mit einem breiten Spektrum an Futter zurecht. Von Obst und Wurzeln bis hin zu Insekten, Vögeln und Fischen – der Marderhund ist äußerst flexibel. Gemeinsam mit dem Waschbär unterliegt er in den meisten Bundesländern mittlerweile dem Jagdrecht.

Invasive Nager in Deutschland: Nutria und Bisamratten auf dem Vormarsch

Neben Waschbär und Marderhund sind mittlerweile auch zwei große Nager vom amerikanischen Kontinent in Deutschland zu finden. Nutria und Bisamratten waren lange beliebte Pelzlieferanten, die die heimische Natur schnell eroberten. Während Nutrias zeitweise auch hierzulande als Fleischlieferant dienten, fressen Bisamratten in den Wintermonaten häufig auch bedrohte Süßwassermuscheln und setzen deren Population zusätzlich unter Druck.

Nutria (Myocastor coypus) sind in weiten Teilen Europas mittlerweile heimisch, stammen ursprünglich allerdings aus Amerika. Die Tiere wurden als Pelzlieferanten nach Europa gebracht.

Natürliche Zuwanderung vom wolfsverwandten Afrikanischen Goldschakal nach Deutschland erwartet

Zugewandert ist dagegen der Goldschakal in Deutschland. Die Tiere erreichen eine Schulterhöhe von bis zu 50 Zentimetern und ein Gewicht von maximal 15 Kilogramm. Goldschakale leben paarweise oder in Rudeln und jagen Insekten, Nagetiere, Vögel und gelegentlich auch Hasen und Rehkitze. Der Afrikanische Goldschakal (Canis anthus) kann auf den ersten Blick durchaus mit einem Wolf verwechselt werden und ist mit dem Europäischen Wolf (Canis lupus) auch verwandt. Im Gegensatz zu Waschbär, Marderhund, Nutria und Bisamratte gab es in Deutschland bislang nur Einzelnachweise. Goldschakale wurden zudem nicht vom Menschen eingeführt, sondern wanderten auf natürliche Weise zu.

Afrikanischer Goldschakal (Canis aureus). Die Verwandten des Europäischen Wolfs kamen nicht durch menschliches Zutun nach Westeuropa. Im Gegensatz zu anderen invasiven Tierarten wandern die Goldschakale auf natürliche Weise zu.

Was ist denn das? Südamerikanische Nandus in Deutschland?

Auch in Deutschland leben mittlerweile große Laufvögel. Im Jahr 2000 brach eine Gruppe von Nandus aus einen Gehege in der Nähe von Lübeck aus und kam – überraschend gut – auch in der deutschen Natur zurecht. Seitdem ist die Nandu-Population stetig gewachsen. Laut NABU leben die Nandus mittlerweile zwischen Ratzeburger See und Schaalsee. Die Population der Nandus in Deutschland wird auf einige hundert Tiere geschätzt. Nicht sonderlich beliebt sind die südafrikanischen Nandus bei den örtlichen Landwirten.

Nandu (Rhea americana) mit Kücken können bis zu 1,40 Meter groß und bis zu 25 kg schwer werden. Die flugunfähigen Tiere sind die größten Vögel auf dem amerikanischen Kontinent. In Norddeutschland leben mittlerweile mehrere hundert Tiere in freier Natur.

Tierische Invasoren auch in europäischen Gewässern

Neozoen finden sich nicht nur in den hiesigen Wäldern und auf den Feldern. Besonders auch in den Gewässern Europas (und natürlich auch Deutschlands) machen sich regelmäßig fremde Tierarten breit. Neben den bereits bekannten amerikanischen Flusskrebsen macht der sogenannte Killer-Shrimp von sich reden. 

Killer-Shrimp seit den 1990er-Jahren in Deutschland

Der Große Höckerflohkrebs – im englischsprachigen Raum auch als “Killer Shrimp” bezeichnet – ist seit den 1990er-Jahren in Europa verbreitet. Ursprünglich kamen die bis zu zwei Zentimeter langen Tiere nur bis zum Mittellauf der Donau vor – sind nun aber auch andernorts zuhause. Die Tiere stehen im Verdacht, dass sie für das Verschwinden von heimischen wirbellosen Arten in unseren Gewässern verantwortlich sind. Zumindest im Labor zeigten die Tiere ein deutlich räuberischeres Verhalten als die in Deutschland vorkommenden Bachflohkrebse. 

Der Große Höckerflohkrebs misst nur zwei Millimeter, könnte allerdings einen immensen Schaden in den hiesigen Flüssen anrichten. Im englischsprachigen Raum wird diese Art auch als Killer Shrimp bezeichnet.

Killer-Shrimp und eingeschleppte Schwarzmundgrundel sind ein gefährliches Duo

Laut einem Artikel von spektrum.de könnte der “Killer Shrimp” gemeinsam mit einem ebenfalls eingeschleppten Fisch der Art Neogobius melanostomus (der Schwarzmund-Grundel) für die hierzulande heimischen Flohkrebse (Gammarus pulex) das Aus bedeuten. Denn der Große Höckerflohkrebs drängt wohl die heimischen Flohkrebse aus ihren Verstecken und zwingt diese zu einem Leben im Freiwasser. Dort jedoch lauert die Schwarzmund-Grundel und Gammarus pulex wird zur leichten Beute. Laut spektrum.de wurden in einer Feldstudie an der bayerischen Donau, zwischen Kelheim und der österreichischen Grenze, deswegen keine heimischen Flohkrebse mehr nachgewiesen.

Weichtiere: Invasive Art verändert möglicherweise den beliebten Bodensee nachhaltig

Direkt vor unserer Haustüre verändert eine eingeschleppte Tierart derzeit das Leben im und um den Bodensee. Die sogenannte Quagga-Muschel wurde das erste Mal im Jahr 2016 im Bodensee nachgewiesen und breitet sich seitdem mit rasender Geschwindigkeit aus. Die Quagga-Muscheln stammen ursprünglich aus dem Schwarzen Meer und sind vermutlich durch Boote oder Wassersportausrüstung in den Bodensee gelangt.

Quagga-Muscheln an einer heimischen Süßwassermuschel. Gerade im Bodensee breiten sich diese Weichtiere in rasender Geschwindigkeit aus und sind vermutlich die größten Nahrungskonkurrenten für die Bodenseefelchen.

Das Problem: Die Quagga-Muschel ernährt sich von Plankton und ist damit Nahrungskonkurrent für die typische Bodensee-Fauna. Möglicherweise ist der Neuankömmling Quagga-Muschel aus dem Schwarzen Meer deshalb für den massiven Rückgang der Bodensee-Felchen verantwortlich. Diese wiederum sind seit langer Zeit der Brotfisch der örtlichen Bodensee-Fischer.

Invasive Arten können uns auch den Badespaß am Mittelmeer verderben

Immer wieder gibt es Medienberichte von Quallenplagen an den beliebten Badestränden am Mittelmeer. Doch auch andere Tierarten könnten den Millionen von Sommerurlaubern das Strandvergnügen an den europäischen Mittelmeerstränden trüben – besonders beim Schnorcheln. Der Indische Rotfeuerfisch erobert derzeit nämlich Teile des Mittelmeers. Vermutlich ist er über den Suez-Kanal zugewandert. Wissenschaftler der Plymouth-Universität gehen davon aus, dass die giftigen Tiere derzeit dauerhafte Populationen aufbauen. Zuletzt wurden Indische Rotfeuerfische schon in der Adria gesichtet.

Wunderschön und ziemlich giftig:: Der Indischer Rotfeuerfisch ist vermutlich über den Suez-Kanal ins Mittelmeer gelangt. Zuletzt konnten Exemplare der Spezies in der Adria vor Kroatien beobachtet werden.

Die bis zu 40 Zentimeter langen Rotfeuerfische besitzen in ihren Stacheln ein starkes Gift. Bei Kontakt besteht die Gefahr von Atembeschwerden, Desorientiertheit, Kreislaufkollaps und sogar Ohnmacht. Zudem sind die Stiche äußerst schmerzhaft. Natürliche Fressfeinde fehlen dem Tier im Mittelmeer. 

“Unsichtbare” Invasoren richten großen Schaden an und sind mitunter sehr gefährlich

Klein, unscheinbar und trotzdem brandgefährlich: Viele eingeschleppte Tierarten sind besonders gefährlich für unsere Flora und Fauna in Deutschland und Europa. Der Grund: Es fällt oft lange nicht auf, dass die Tiere mittlerweile in unseren Gefilden angekommen sind – zudem sind viele Insekten, Würmer und andere Kleinstlebewesen weniger erforscht als die großen und bekannteren tierischen Invasoren.

Seit Jahren ein großes Problem: Die Varroa-Milbe

Sie sind nur maximal 1,6 Millimeter groß und haben trotzdem einen massiven Einfluss auf unsere Natur. Die Varroa-Milbe (Varroa destructor) ist – wie ihr lateinischer Name schon beschreibt – äußerst zerstörerisch. Die Milben befallen nämlich die so wichtigen Bienenstöcke und schwächen diese dauerhaft. Die Milben entwickeln und vermehren sich in der verdeckelten Brut im Bienenstock und lösen die sogenannte Varroose im Volk aus. Der Bienenschädling schwächt die wohl wichtigsten “Nutztiere” überhaupt so sehr, dass häufig das gesamte Volk an anderen Schädlingen und Erkrankungen zu Grunde geht. 

Varroamilben (Varroa destructor) in einem Bienenstock. Die kleinen Tiere verursachen mittlerweile immense Schäden an Bienenvölkern in ganz Europa.

Die Varroa-Milbe wurde erstmals 1967 in Bulgarien entdeckt und breitet sich seither immer weiter aus. Mittlerweile ist ganz Deutschland von dem gefährlichsten aller Bienenschädlinge betroffen. Laut dem Deutschen Bienenmonitoring ist die Varroamilbe jährlich für den Tod von rund 150.000 Bienenvölkern verantwortlich. Die Folgen sind dadurch nicht nur eine immense finanzielle Belastung für Imker, sondern auch die dadurch fehlende Bestäubungsleistung der Bienen. 

Ein gesundes Bienenvolk. Allerdings kann die eingeschleppte Varroa-Milbe schnell zum Problem werden. Jährlich fallen rund 150.000 Bienenvölker der Varroa-Milbe zum Opfer.

Gefährlicher Krankheitsüberträger: Tiger-Mücke breitet sich immer weiter in Europa aus

Die Klimaerwärmung, weltweite Warentransporte und Reisen in ferne Länder sind der Grund, warum sich die Asiatische Tigermücke auch in Europa immer weiter ausbreitet. Die häufig auch als Tiger-Moscito bezeichneten Insekten stammen ursprünglich aus Süd- und Südostasien und sind als Überträger von gefährlichen Krankheitserregern bekannt. In den Ursprungsländern verbreiten sie beispielsweise das Zika- und Dengue-Virus. Die Asiatische Tigermücke gilt als äußerst anpassungsfähig und wurde mittlerweile in vielen europäischen Ländern nachgewiesen. 

Tigermücken (Aedes albopictus): In vielen Regionen Europas ist die Asiatische Tigermücke mittlerweile fest etabliert. Die Tiere können verschiedene Krankheiten übertragen. Dazu zählen u.a. das Zika- und das Dengue-Virus.

1979 wurde die Tigermücke das erste Mal in Albanien und damit in Europa entdeckt. In Südfrankreich und Korsika gibt es seit Mitte der 2000er-Jahre stabile Populationen und auch in Deutschland ist die Asiatische Tigermücke mittlerweile angekommen. 2012 fanden Wissenschaftler in Bayern und Baden-Württemberg Asiatische Tigermücken in Mückenfallen. In den Folgejahren fand man Exemplare der Mücken auch in Frankfurt und Fürth. 

Hyalomma-Zecke macht es sich in Deutschland gemütlich

Ziemlich ekelig und durchaus nicht ungefährlich ist die Riesen-Zecke Hyalomma, die in Deutschland ebenfalls auf dem Vormarsch ist. Hyalomma wurde das erste Mal 2015 in Deutschland entdeckt und kam vermutlich mit Zugvögeln zu uns. Die Tiere werden etwa fünfmal so groß wie der Holzbock oder die Auwald-Zecke und können das Krim-Kongo-Fieber übertragen. Das Krim-Kongo-Fieber löst neben Fieber auch Schüttelfrost, Reizbarkeit, Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen, Oberbauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen aus. Typisch ist dabei eine Gesichtsrötung und ein Gesichtsödem und/oder eine Bindehaut- und Rachenrötung. Je nach Virusstamm verlaufen bis zu 50 Prozent aller Erkankungen tödlich. 

Hyalomma: Riesen-Zecke auf einer 1-Cent-Münze. Die Blutsauger sind deutlich größer als die meisten in Deutschland verbreiteten Zeckenarten und auch aktiver. Sie verfolgen ihre

Im Gegensatz zu den hier heimischen Zeckenarten wartet Hyalomma nicht einfach auf seine “Opfer”, sondern kann diese aktiv verfolgen – teilweise auch über eine verhältnismäßig lange Strecke. Die Ausbreitung der Hyalomma-Zecken in Deutschland wird besonders auf die Klimaerwärmung zurückgeführt. Milde Winter ermöglichen den Tieren die nachhaltige Fortpflanzung und das Überleben in Deutschland.

Eingeschleppter Buchsbaum-Zünsler lässt Hobby-Gärtner verzweifeln

Ein nur rund 4,5 Zentimeter großer Falter aus Asien lässt immer häufiger Hobby-Gärtner in Deutschland fluchen. Der Buchsbaum-Zünsler ist Anfang der 2000er-Jahre in Europa angekommen und hat sich seitdem als invasive Art etabliert. Die Larven des Buchsbaum-Zünslers (Raupen) befallen regelmäßig die in Gärten beliebten Buchsbäume und fressen diese kahl. Das Aufstellen von speziellen Fallen und die Behandlung mit entsprechenden Insektiziden bringen nicht immer den gewünschten Erfolg. Die Folge: Die befallenen Buchspflanzen müssen entfernt und vernichtet werden.

Buchsbaumzünsler-Raupe: Die Larven des Buchsbaum-Falters befallen hauptsächlich Buchsbäume und sind für Gärtner nur schwer in den Griff zu bekommen.

Super eklig und super giftig: Hammerhai-Wurm in Europa gefunden

Er trägt den unscheinbaren Namen Bipalium kewense und ist vermutlich schon seit Jahrzehnten in Europa zuhause. Entdeckt wurde der Strudelwurm – der auch den Namen Hammerhaiwurm trägt – allerdings erst vor einigen Jahren. Der bis zu 60 Zentimeter lange Wurm stammt ursprünglich vermutlich aus Südostasien und macht dort unter anderem Jagd auf Schnecken. In Europa hat es der Hammerhaiwurm dagegen unter anderem auf Regenwürmer abgesehen. 

Laut Spektrum der Wissenschaft wurde Bipalium kewense in West- und Südwestfrankreich häufiger gefunden. Einzelne Exemplare fanden die Wissenschaftler zudem in der Nähe von Paris und sogar in der Schweiz. Hammerhaiwürmer sind allerdings nicht nur ekelig, sondern auch ziemlich giftig. Die Strudelwürmer produzieren nämlich eines der stärksten bekannten Gifte: Tetrodotoxin. Dieses Nervengift wird auch von den deutlich bekannteren Kugelfischen produziert. Bipalium kewense leben räuberisch und könnten die Population von Regenwürmern in Europa gefährden. Das wiederum hätte massive Auswirkungen die gesamte Pflanzen- und Tierwelt auf unserem Kontinent.

Hammerhaiwurm (Bipalium kewense): Strudelwürmer auf dem Vormarsch in Europa? Vermutlich schon länger kommen diese fleischfressenden Würmer in Europa vor. Die ursprüngliche Heimat dieser giftigen Tiere liegt in Ost- und Südostasien. Sie könnten eine massive Gefahr für Regenwürmer darstellen.

Fortpflanzung: Kein Partner nötig

Hammerhaiwürmer gehören zu der Gattung Bipalium und benötigen zur Fortpflanzung keinen Partner (wie andere Tierarten auch). Bei der sogenannten asexuellen Fortpflanzung werden allerdings nur die eigenen Gene an die Nachkommen weitergeben. Im Fall von Bipalium kewense kann das Tier einfach ein Körpersegment abwerfen – aus diesem entsteht dann ein neuer Wurm.

Hohe Kosten durch invasive Arten

Laut dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung entstehen in Europa Kosten in Milliardenhöhe. Bereits 2009 berichtete das Zentrum von bereits über 12.000 gebietsfremden Arten in Europa. Seitdem dürfte die Zahl allerdings weiter gestiegen sein. Dies hat nicht nur immense Auswirkungen auf die Ökosysteme in Europa, sondern verursacht auch hohe Kosten. Ein internationales Forscherteam – zu dem auch Wissenschaftler der Senckenberg-Gesellschaft in Frankfurt gehörten – geht davon aus, dass allein in Europa invasive Tier- und Pflanzenarten zwischen den Jahren 1960 und 2020 Schäden von über 116 Milliarden Euro verursacht haben.

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